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Cornelia Schleime

Wir werden immer weiter ziehen…

in:  Zungenschlaf

Hrsg. Eckhard Hollmann & Jürgen Krieger

Berlin 2012

Wir werden immer weiter ziehen…

Ein Theaterbesuch im Berliner Ensemble im Oktober 2011: Romeo und Julia in einer beeindruckenden Inszenierung von Mona Kraushaar. Gäbe es den Raum dafür,  in der Enge einer ausverkauften Vorstellung vom Stuhl zu fallen, mir wäre es hier passiert. In dem Moment, als Peter, Diener bei den Capulets,  in einem roten Anzug mit einem Eselskopf auf dem Haupt und ein paar bunten Luftballons in der Hand wortlos über die karge Bühne schreitet. Mein Herz rast:  Eine lebendige Schleime-Zeichnung denke ich, und sie selbst sitzt neben mir. Wir kennen uns seit vielen Jahren, aber das ist unser erster gemeinsamer Theaterbesuch. Ich starre sie an, erst in der Pause können wir darüber reden, aber sie bleibt ganz ruhig. “Wahnsinn“ sagt sie und strahlt mich an.
Die Tierköpfe haben sie in den Jahren 2008-2010 nicht nur in ihren großen Bildern beschäftigt, sondern bis heute auch in vielen Zeichnungen. Ihr Thema stand somit auf dieser Bühne.
Peter versinnbildlicht mir in der Kunst der Theaterwelt in wenigen Sekunden die Wirkung von Cornelia Schleimes Zeichnungen. Die Feindschaft zwischen den Familien der Capulets und Montagus, die tragische Leidenschaft, die verzwickten Missverständnisse, die unglückselige Macht des Schicksals, all dies hebt Peter mit seinem bedächtigen und entrückten Gang über die Bühne auf. Seine soziale Rolle zwischen den Gegnern ist eindeutig, er hat keine Macht, keine Entscheidungsgewalt, hat sich nicht einzumischen. Aber in dem Moment, wo er sich einen Tierkopf anlegt, kann er der bitteren Realität für einen Moment entfliehen. Die Luftballons voller Träume, mit Leichtigkeit kann man sie fliegen lassen. Er geht nicht über den Boden Veronas, er stolziert durch seine eigene Vorstellungswelt, und vielleicht ist hier die glückliche Liebe der Protagonisten möglich.
Das ist die Magie der Zeichnungen von Cornelia Schleime, nicht nur bei denen aus der Reihe Camouflage. Sie erschafft auf dem Papier diesen kurzen Augenblick, in dem der Mensch losgelöst in eine Zwischenwelt eintaucht, die uns als Betrachter wie Peter in andere Sphären entlässt.  Die Sprache der Wörter ruht, im Zungenschlaf artikuliert sich die Sprache der Bilder und Träume. Lassen wir uns als Betrachter ebenfalls ein auf diesen Wachzustand des somnambulen Schweigens, dann fallen wir bei Cornelia Schleime manchmal vom Stuhl, meist aber in weiche Federn. Es gibt durchaus auch harte, fast aggressive Zeichnungen, aber im Gegensatz zu ihren mächtigen herausfordernden Gemälden, dominiert ein lyrischer Duktus die künstlerische Welt ihrer Aquarelle.

Der zeitgenössischen Arbeit auf Papier haftet längst nicht mehr nur das idealistische Konzept eines Mittels der Selbstoffenbarung an. In ihrer künstlerischen Praxis ist sie in den Raum expandiert und wird als Instrument für konzeptuelle Ideen benutzt. Für Cornelia Schleime bleibt sie jedoch ein sehr intimes Medium und sie steht dafür ein, „…dass sich in der Handzeichnung die Spontaneität, Originalität und Authentizität einer schöpferischen Subjektivität unmittelbar auszudrücken und zu artikulieren scheinen.“ (1) Obwohl in der zeitgenössischen Kunst so viele unterschiedliche Herangehensweisen möglich sind, ein großes Repertoire an Ausdrucks- und Hilfsmitteln zur Verfügung steht, geht sie das Wagnis ein, sich gerade von der unerschöpflichen Zahl der Möglichkeiten zu befreien und vertraut nur ihrer Intuition. In ihren Zeichnungen ist sie, die mit großen Leinwandformaten kämpft, die auch installativ gearbeitet hat, in ihrem künstlerischen Credo noch kompromissloser.  Die äußere Welt scheint mir hier mit größerer Radikalität ausgeschlossen zu sein als in der Malerei.
Verweilen wir zunächst noch bei den Tier-Menschverwandlungen, der Reihe Camouflage. Frauen- und Mädchen durchziehen ihr gesamtes künstlerisches Werk, hier nun verstecken, maskieren sie sich, zeigen sich mit Hasenköpfen und Hirschgeweihen. Viele Deutungsmöglichkeiten bieten sich hierfür an. Sie wollen sich nicht vollständig zeigen, suchen Schutz im Tierkörper. Das Tier ist gleichsam Antipode von Logik und Ratio. In diesem Sinne spielt es im zeichnerischen Werk von Beuys eine große Rolle: „Das Tier verkörpert Kräfte, über die der ‚vernünftig‘ gewordene Mensch seit langem schon nicht mehr verfügt, die er gar vergessen hat.“ (2). Diese verborgenen Kräfte frei zu legen, könnte auch in den Zeichnungen von Cornelia Schleime eine Rolle spielen.
Einen anderen Deutungsakzent bietet uns Martin Hellmold an, der die Unterschiede zwischen Mensch und Tier überdenkt und das Erinnerungsvermögen als Besonderheit des Menschen hervorhebt. „Wer sich erinnern kann…kann also ‚Ich‘ sagen und dieses Ich mit Bedeutung füllen.“ (3) So gibt es im Leben und in der Kunst Momente, in denen und an die man sich nicht erinnern kann oder will, meist wenn es die sehr schmerzhaften sind. So bietet das Tier vielleicht die Möglichkeit, sich vorübergehend vom Ich zu lösen und sich somit von Erinnertem zu befreien. Der Mensch schlüpft in den Seinszustand des Tieres, so wie schon in der griechischen Mythologie,  er kann sich erholen von den Tücken des Schicksals und Abstand dazu gewinnen. In einer anderen Haut lässt es sich vorübergehend leichter ruhen. Auch die Künstlerin schlüpft beim Kreieren ihrer Mischwesen in einen anderen Bewusstseinsszustand, den Zungenschlaf. So eloquent sie manchmal ist, ist sie doch süchtig nach diesen kostbaren Momenten und bleibt ihnen in manischer Getriebenheit auf der Spur. Eine unglaubliche Wandlungsfähigkeit und Vielfältigkeit sind die Belohnung für den Mut, sich seit mehr als vier Jahrzehnten dem eigenen inneren Kosmos hinzugeben.
In der Reihe Mutationen ist dies ihr Thema, schöne Frauen schlüpfen aus Eidechsenschwänzen, Füße stecken in Schneckengehäusen, Frauen hängen an Wasserpflanzen wie an Nabelschnüren, an denen sie sich auch erwürgen. Eine unbändige Phantasie spricht aus dieser Serie, Kreaturen verbinden sich mit allem, was die Schöpfungsgeschichte hergibt bzw. schreibt sie diese neu. Es gibt keinerlei Beschränkung, alles ist möglich. Eine eigenwillige Alchimistin ist hier am Werk, die Wasserpflanzen, Fische, Kröten mit Totenköpfen, Paradiesvögeln und zarten Frauenkörpern zu neuen anmutig-bedrohlichen Kreaturen erschöpft.
Viele dieser Arbeiten sind auf dem Boot entstanden. Auf dem Wasser zu sein, bedeutet einen Teil der Alltagswirklichkeit verlassen zu haben. Ich sehe die Künstlerin vor mir auf ihrem Boot, sie hat den Anker gelegt und schaut auf das Wasser. Sie setzt sich an den kleinen Zeichentisch an Deck, den ihr ihr damaliger Gefährte extra eingebaut hat. Sie ist nun ganz ruhig geworden, sieht ein Seerosenblatt treiben und beginnt zu tuschen. Schon ist sie den Brandenburger Gewässern entrückt und ist in ihrer eigenen Welt. Sie verbindet das Blatt mit ihren imaginären Figurinen und Träumen, die nach oben drängen. Die Pinsel fließen mit demselben Duktus der Ewigkeit über das Blatt wie die stetigen Bewegungen des Wassers von dem sie umgeben sind. Man könnte auch annehmen, die Künstlerin ist tief hinab getaucht auf den Grund des Sees oder des Flusses, da wo noch nie ein Mensch gewesen ist. Sie berichtet nun von dem Unglaublichen was sie dort unten gesehen hat.
Festgehalten werden diese Kreaturen der Tiefe auf Papyrus, einem nicht von geraden Kanten bestimmten Papier, das das Flair von Naturbelassenheit und alter Tradition in sich trägt.
Auf demselben Papier finden wir die Reihe Leibeslust, die uns auf eine ganz andere Fährte führt. Wie geht das zusammen, mag man sich fragen: Die schüchternen fragilen Mädchen und die selbstbewussten extrovertierten Frauen dieser orgiastischen Zeichnungen. Was fließt da Unterschiedliches aus der Hand derselben Künstlerin? Sie lässt die eine sich unter einem Hasenkopf verstecken und die andere ihre Schamlippen für mehr als tiefe Blicke spreizen. Schaulust und Schutzsuche als Extreme einer künstlerischen Palette bilden bei Cornelia Schleime keinen unauflöslichen Widerspruch. Sie bedingen sich gegenseitig. Die weibliche Sinnlichkeit artikuliert sich sowohl unbefleckt-mädchenhaft als auch wollüstig begehrend.
Die Leibeslust bleibt eine heftige Serie mit gigantischen Penissen und  Riesenbrüsten. Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen, sondern lieber ein fester Schwanz in den Mund. Sexualität in ihrer direkten Spielart erweitert das Thema des Nicht-Rationalen ihrer Zeichnungen.
Das formale Prinzip der Übertreibung, das aus ihren Zopfarbeiten bekannt ist und das sie in vielerlei Schattierungen anwendet, kommt auch hier zum Tragen. Wie sehr sie ältere Motive und Kunstgriffe  ihres Schaffens weiter verwendet, modifiziert und fast beiläufig in andere neue Zusammenhänge setzt, lässt sich zunehmend beobachten. In der Arbeit „Die Zopfbläserin“ vereint sich die Mädchenpoesie der langen Zöpfe, die sich verselbständigen können und teilweise zu eigenen Akteurinnen werden,  mit der prallen Sexualität der Leibeslust. Der zarte Zopf wächst sich zu einem Penis aus oder der kräftige pralle Penis löst sich im feingliedrigen langen Zopf auf. Die Extreme sind in dieser Zeichnung in einem gemeinsamen Glied vereinigt.
Besonders wagemutig erscheinen die Leibeslust Arbeiten auch in formaler Hinsicht. Hier werden Extremperspektiven austariert, die den voyeuristischen Blick des Betrachters noch verstärken. Überhaupt scheint der Betrachter in diesen Arbeiten viel mehr herausgefordert zu sein als bei den übrigen Zeichnungen. Die Introvertiertheit weicht der ausdrücklichen Extrovertiertheit.
Im überwiegenden Teil ihrer Zeichnungen sind die Figuren sehr für sich, sie räkeln sich in ihrem eigenen Kosmos, sind wie in einen Kokon eingesponnen und scheinen gar kein Gegenüber zu benötigen. Sie fragen nicht, schauen uns nicht so geradewegs und provozierend ins Auge wie viele ihrer großen malerischen Porträts. Die Leibeslust-Frauen hingegen wollen gesehen werden, fast exhibitionistisch preisen sie ihre Geschlechtsteile an.
Würde man die Zeichenkunst von Cornelia Schleime mit dem Handwerkszeug der Literatur beschreiben – was bei ihr als Romanautorin und Verfasserin von Gedichten und poetischen Texten legitim ist – so käme man auf die écriture automatique, jenem Schreiben aus dem Unbewussten heraus. Sehr narrativ sind ihre Arbeiten aus den 80er Jahren, die im Gegensatz zu den bisher beschriebenen Blättern bildfüllend angelegt sind.  Hier finden wir noch komplexere Kompositionsstrukturen mit mehreren Figurinen, die mit Ornamenten und Schriftzügen umrankt werden. Sie illustriert eine ganze Traumwelt mit unterschiedlichen Akteurinnen. Über die Jahre geht Cornelia Schleime in die Reduktion, die Konsequenz. Der Bildgrund bleibt nun auf einer hellen offenen Fläche bestehen und das Motiv, meist nur noch aus einer Figur bestehend, wird ins Blatt gesetzt.  Aber auch dies gilt nicht apodiktisch, denn Cornelia Schleime unterwirft sich keinen statischen Gesetzen und kommt in manchen Schildkrötenzeichnungen der letzten Jahre wieder auf das Durchaquarellieren der kompletten Bildfläche zurück.
Das Selbstvergessene ihrer Frauen und Mädchen zieht sich durch alle Jahrzehnte ihres zeichnerischen Werks, es gilt der Rückzug in die innere Welt. Der Titel einer Ausstellung mit Gemälden im Jahr 2011 lautete „Die sind nicht von hier“. Dies könnte auch als Leitfaden über ihren Zeichnungen stehen. In ihnen wird das Konzentrat des Einfangens eines flüchtigen Moments besonders spürbar. Unwiederholbare Momente tuscht sie mit einer Leichtigkeit auf das Papier, die auch die Betrachter häufig sprachlos in Traumwelten und imaginäre Sphären  entlassen. Auch wir können getrost in den Zungenschlaf verfallen, wenn wir uns von ihren Arbeiten berühren lassen. In wie viele unterschiedliche zarte Frauen- und Mädchengesichter habe ich schon geschaut über die Jahre der Begleitung und Betrachtung ihrer Arbeit ? Sie werden nie langweilig, wiederholen sich nicht, sind in Wandlung begriffen, stehen nicht still. Ein Faszinosum verbindet sie alle miteinander: Auf dem Grat ihrer Zerbrechlichkeit gewinnen sie ihre Souveränität und Stärke. In diesem Moment steht alles still.  Der Künstlerin gelingt eine Essenz, die Nachfragen oder weitere Erklärungen unnötig macht. Ihre Zeichnungen erscheinen mir in dieser Hinsicht wie Lyrik. Das Selbstverständnis der Lyrikerin Hilde Domin ist daher übertragbar auf die Zeichenkunst Cornelia Schleimes: „Sie verbindet uns wieder mit dem Teil unseres Seins, der nicht angetastet ist von den Kompromissen, mit unsrer Kindheit, mit der Frische unsrer Reaktionen… Die Mitteilung des nicht – oder doch kaum – Mittelbaren: das ist also die Aufgabe des Lyrikers.“ (4)
Die Subjektivität als einzigartige und immer sprudelnde Quelle des schöpferischen Prozesses zu erklären, ist ein Wagnis oder sogar eine zwingende Notwendigkeit der sich die Künstlerin aussetzt. Dies öffnet ihr die Tür für eine spielerische Offenheit, die sie Geschichten erzählen lässt, wie sie nur im Freiraum der Kunst entstehen können. Da kann man halb zum Tier werden, da kann man sich erotischer Verführung hingeben, da kann man schüchtern oder lasziv sein. Kindliche Spiele im Paradiesgarten sind ebenso möglich wie böse Spiele, z.B. in den Animationen und Ertüchtigungen. Auch die Schattenseiten gehören zu dieser Öffnung für das Unbewusste hinzu.
In seiner Qualitätsprüfung über gute Kunst schreibt Hanno Rauterberg: „Hier kann gehandelt, gezeigt, gesprochen werden, ohne dass es direkte Konsequenzen hätte – weder positive noch negative. Nur weil sie vorläufig bleibt, in der Schwebe, kann es ihr gelingen, von den Zwängen und Gesetzen der Wirklichkeit abzusehen, die Welt unbegrenzt erkunden zu dürfen.“ (5) Dieser Prüfung halten die Zeichnungen der Künstlerin mit Bravour stand. Neugierig greift sie auch auf allen ihren Reisen Eindrücke auf, die sie dann zu eigenen Geschichten macht, in denen sie das bereiste Land in ihrer Gedankenwelt wieder verlässt, um in ihr inneres Land zu reisen. In ihren Reisetagebüchern, auf ihren Postkartenübermalungen finden wir diese Fabulierlust, die die Fremdheit und das Neue aufnehmen, um sie sich auf ganz andere Art einzuverleiben Sie werden  mit dem Selbst  verbunden, um letztlich wieder im Niemandsland Kunst anzukommen. Ihre Phantasie ist gerade in diesen Arbeiten zügellos. Das Reisen als Aufbruch in eine Freiheit, das Hinter sich lassen von banaler Alltäglichkeit und das Öffnen der Augen für Neues bieten der Künstlerin ein großes Reservoir für den inneren Aufbruch in andere Welten. Immer wieder halten in ihre Zeichnungen auch Eindrücke von Reisen Einzug, wie z.B. die Schildkröten aus Sansibar.
Ein beachtliches Füllhorn an Zeichnungen hat sie geschaffen und mit den aktuellsten Arbeiten aus diesem Jahr wird es weiter gespeist. In einer auffällig gedämpften Farbigkeit und einer noch größeren Offenheit und Leichtigkeit verbindet sie hier Neues mit Altem. Sie scheint die klaren Konturen zu verlassen, in vielen dieser Arbeiten finden wir nebulöse Zustände, Verwischungen. Sie experimentiert formal mit den Möglichkeiten des Aquarells, mischt Wein und Kaffeesatz in ihre Tuschen. Der Gedanke der Flüchtigkeit wird dominanter, vielleicht die Konsequenz einer noch größeren künstlerischen Freiheit. Ihr gesamtes Werk taucht hier auf, die Mischwesen, Zentauren, Hasenköpfe und Geweihe, auch die erotischen Akte, die Zöpfe und Figurinen aus den künstlerischen Anfängen. Letztere finden wir auf dem unteren Teil des Blattes, wie ein Fundament, das den neuen Geschöpfen den Halt bietet.
„Wir werden immer weiter ziehen…“ hat Cornelia mir als Widmung auf eine Fotoinszenierung geschrieben. Das Foto zeigt das bekannte Motiv, bei dem sie ihre Zöpfe an einen alten Kinderwagen bindet und hinter sich her zieht. In dieser aktuellen Inszenierung geht sie in einem goldenen Paillettenkleid barfuß über ein Brandenburger Feld. Was immer uns dieses Bild sagen mag: Man möge sich die Kindheit bewahren oder man bleibt immer an seine Vergangenheit geknüpft. Die Kunst gibt der Künstlerin die Kraft und den Sinn, immer weiter zu ziehen. Am besten ohne Schuhe, ballastfrei, damit der Kontakt zu ursprünglichen Bewusstseinsschichten noch direkter aufgenommen werden kann.
Wunderbar ist es, wenn auch wir weiter ziehen, mit ihr und mit uns, mit möglichst leichtem Gepäck,  wenn wir frei und offen bleiben für den Zungenschlaf.

 

Christiane Bühling

 

1 – Johannes Meinhardt, „Spätmoderne Zeichnung“ S.33, in: Gegen den Strich Neue Formen der Zeichnung, Hrsg. Markus Heinzelmann, Matthias Winzen, Nürnberg 2004

2 – Rolf Wedewer „Joseph Beuys – Die Zeichnungen“ S.10, Künstler Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, WB Verlag München, 1993

3 – Martin Hellmold, Wer aus mir trinkt, wird ein Reh, S.9, Kerber Verlag Bielefeld/Leipzig/Berlin, 2010

4 – Hilde Domin, Wozu Lyrik heute, S.79/80, in: Abel steht auf, Reclam Stuttgart 1979

5 – Hanno Rauterberg Und das ist Kunst ?!, S. 143, Fischer Verlag Frankfurt/a.M. 2007